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100 Jahrfeier und Spielmannszugtreffen

Besonders großen Anklang erntete der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Mainbernheim unter Leitung von Jürgen Witzke. Der Spielmannszug feierte in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen.
Auch Landrat Dr. Rolf Bauer (Mitte) nahm am Festzug zum 100jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Mainbernheim teil.
Männer in Gärtneruniformen mit Spaten und Hacke, Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Mainbernheim, durften beim Festzug nicht fehlen.
Bürgermeister Joachim Klatt übergab an den Kommandanten der Mainbernheimer Wehr als Jubiläumsgeschenk der Stadt Mainbernheim ein neues Löschfahrzeut "LF 8".

Höhepunkt war der Festzug mit über 1000 Beteiligten

Die Lebkuchenstadt stand von Samstag bis Montag ganz im Zeichen eines Doppel-Jubiläums: des 100jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr, die in drei Generationen die Stadt beschützte, und des fünfjährigen Bestehens des Spielmannszuges, der sich zu einem stattlichen Klangkörper mit 30 männlichen und zwölf weiblichen Musikern entwickelt hat. Die Stadt war zum Empfang ihrer mehr als tausend Gäste festlich geschmückt. Der Brunnen, auf dem das Wahrzeichen der Stadt, der Bär thront, war durch den Obst- und Gartenbauverein mit Girlanden und dem Emblem "100" geziert. Blumenschmuck und Fahnen in den Bundes-, Landes- und fränkischen Farben fehlten an keinem Haus. Der Himmel zeigte sein schönstes Blau, und so stand der frohen Stimmung nichts mehr im Wege.

Die Grüße des Kreises überbrachte stellvertretender Landrat Hans Löffler. Oberbürgermeister Schardt, der sich auch zum Sprecher für die weiteren Bürgermeister machte, sprach von der „Achse Kitzingen-Mainbernheim mit dem Ableger Iphofen”, die immer mehr zusammenwachse. Die Wünsche des Kreisbrandrats überbrachte KBI Kleylein. Die Gattin des Mainbernheimer Bürgermeisters lud hierauf in Markt Einersheimer Tracht zu Imbiß und Umtrunk ein.

Mit gedämpftem Trommelklang ging es dann zum Friedhof zur Totenehrung, die die Siebenbürgenkapelle mit einem Trauermarsch eröffnete. Kreisbrandmeister Hagelstein dankt den Männern, die vor einem Jahrhundert die Wehr ins Leben gerufen haben und den gefallenen und verstorbenen Kameraden. Das Lied vom guten Kameraden schloß die Feier. Vor dem Festzelt übergab hierauf Bürgermeister Klatt dem Kreisbrandmeister und Kommandanten der Wehr, Fritz Hagelstein, das neue Löschfahrzeug LF 8 der Firma Richard Metzler (Würzburg).
Im dicht besetzten Festzelt herrschte bald fröhliche Stimmung, so daß die Begrüßungsworte von Bürgermeister Klatt, die den Gästen und Einheimischen, besonders aber der Siebenbürgenkapelle galten, ebenso untergingen wie die Ansprachen von KBM Hagelstein und Günter Poser. Weitere Grußworte sprachen Vertreter der Gebr. Schmidt und der Schützen, Richard Dietz für den TSV, KBI Kleylein für die Kreiswehren und Wolfgang Metzler für die Lieferfirma. Dem Schirmherrn sandte man einen Feuerwehrhelm. Der Leiter des Siebenbürger Spielmannszuges Eisner lud den Mainbernheimer Zug für nächstes Jahr nach Salzburg ein. Die allgemeine Hochstimmung beflügelten mit frohem und schneidigem Spiel die Siebenbürger Kapelle, und der Spielmannszug Gerbrunn sowie der örtliche Musikzug.

Der Sonntag wurde mit dem Weckruf der Ortskapelle eingeleitet. Bei einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt wiesen Pfarrer Sticht und Pfarrer Kühn (Rödelsee) darauf hin, daß auch in einem Zelt, in dem sonst gesungen und getanzt wird, Gottes Wort verkündigt werden könne. Wesentlich bei jeder Handlung sei, daß sie im festlichen Geiste geschehe.

Nach einem Frühschoppen und einer Besprechung der Musikzugführer hielten verschiedene Kapellen am Unteren Turm, am Vierröhrenbrunnen am Scheuerleinsplatz, am Gasthaus zum Löwen, im Postweg, am Trafohaus, im Goldgrubenweg und an der Schule Standkonzerte ab. Nach dem Mittagessen bewegte sich ein Zug mit über 1000 Feuerwehrleuten von 30 Wehren, einige Sanitätskolonnen und die Mainbernheimer Vereine durch die festlich geschmückten Straßen Holzgraben, Herrnstraße, Nürnberger Straße, Schützenstraße, Poststraße, Walkmühlenweg. Riethstraße zum Festplatz. Der Zug wurde von den Fränkischen Herolden Neubrunn angeführt. Die Feuerwehrkapellen Willanzheim, Obernbreit, Iphofen, die Spielmannszüge von Katzwang, Cadolzburg, Mainbernheim, Kemnath, Albertshofen, Hemhofen, Karbach, Höchstadt/Aisch, der Sanitätskapelle Obernbreit und die Musikzüge aus Scheinfeld und Sugenheim sorgten für die musikalische Ausstattung des Zuges. Unter den Ehrengästen war nun auch Landrat Dr. Rolf Bauer und Kreisbrandrat Rickel. Besonderen Beifall fand der Obst- und Gartenbauverein Mainbernheim, dessen Mitglieder in Gärtneruniform - die Jungen mit Gartengeräten, die Mädchen mit Blumenbogen - mitmarschierten. Eine ausgezeichnete Organisation sorgte für den pünktlichen Ablauf des Festzuges. Nach einigen kurzen Begrüßungsansprachen im Zelt gehörte der Tag den Vorträgen der Kapellen und Spielmannszügen und dem Tanz. Da das Festzelt den Ansturm der Massen nicht auffangen konnte, florierte der Festbetrieb auch im Freien.

Auch am Montag war wieder ein Standkonzert am Vierröhrenbrunnen. An Stelle einer ursprünglich vorgesehenen Schauübung legte dann eine Gruppe der Mainbernheimer Wehr auf dem Sportplatz vor Kreisbrandrat Rickel das Leistungsabzeichen III/3 mit Erfolg ab. Im Festzelt herrschte wie an den beiden Vortagen wieder buntes Treiben bei Musik, Gesang und Tanz. Ein Preisdirigieren beschloß die festlichen Tage, die man in Mainbernheim noch lange in Erinnerung haben wird.

Den Festauftakt bildete ein großer Empfang im historischen Rathaussaal, wo Bürgermeister Joachim Klatt die kirchlichen und weltlichen Vertreter und die Repräsentanten der Nachbargemeinden herzlich begrüßte. Dankesworte widmete er der Wehr für ihre stete Opferbereitschaft ebenso wie dem Spielmannszug, der aus der Stadt nicht mehr wegzudenken sei. Als Vertreter des Schirmherrn war Günther Poser gekommen. Unter den prominenten Gästen sah man MdL Erich Sauer, den stellvertretenden Landrat Hans Löffler, die Kreistagsmitglieder Horst Kaddatz, Michael Glos und Robert Neußner, Oberbürgermeister Rudolf Schardt, die Bürgermeister Gottfried Deppisch (Rödelsee) und Michael Bausewein (Iphofen), Pfarrer Sticht, die Kreisbrandinspektoren Kleylein und Herzum (Marktbreit), Altlandtat Oskar Schad, Altbürgermeister Gustav Stahlschmidt, Rektor Werthmann, Oberlehrer Karlheinz Wolbert als Dirigent des Gesangvereins, Sparkassendirektor Stängle, den Stadtplaner Karl Schüßler, die Regierungsinspektoren Biener und Vogt, die Vertreter der Salzburger Siebenbürger Kapelle Eisner und Wagner, die Vertreter der eigenen Wehr und des Spielmannszuges sowie die Stadträte.

Grußtelegramme hatten MdB Dr. Max Schulze-Vorberg und MdL Oskar Soldmann gesandt. MdL Erich Sauer bekundete, daß durch den Empfang das Niveau des Festes gehoben wurde. Der Staat wisse um den Wert der Feuerwehren. So habe man nicht nur ein Feuerwehrehrenzeichen gestiftet, sondern auch ein Gesetz über den Rettungsdienst geschaffen, in dem die Feuerwehren einen besonderen Platz einnehmen, und ein Gesetz über das Feuerlöschwesen, das den Wehrmännern auch einen Obolus bei besonderen Einsätzen einräumte.

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Mainbernheim, der heuer das Treffen der Fränkischen Spielmannszüge ausrichtet, erfreute am Sonntag auf der Rathaustreppe unter Stabführung von Jürgen Witzke mit einem Ständchen.
Unter den vielen Feuerwehrspielmannszügen zu ihrem Treffen anläßlich des 100jährigen Bestehens der Feuerwehr Mainbernheim sah man auch den aus Höchstadt a. d. Ausch. Die vielen Hunderte, die die geschmückten Festzugstraßen säumten, zollten ihm und allen Spielleuten Beifall.

Spielmannszüge kommen im Juni nach Mainbernheim

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt feiert vom 15. bis 17. Juni ihr 100jähriges Bestehen. Verbunden damit ist das 12. Treffen Fränkischer Feuerwehrspielmannszüge. Bei deren Zusammenkunft im vergangenen Jahr war dem Mainbernheimer Spielmannszug das Ausrichten des 12. Treffens zugesagt worden. Im Juni 1969 war es die Freiwillige Feuerwehr Mainbernheim, die das erste Kreisfeuerwehrfest für den damaligen Landkreis ausrichtete. Das war auch die Geburtsstunde des Mainbernheimer Feuerwehrspielmannszuges. Die Mainbernheimer Musiker sind inzwischen bei zahlreichen Festen in nah und fern aufgetreten und haben dabei Anerkennung und Achtung gefunden.
Das Mainbernheimer Feuerwehrjubiläum wird am Samstag, 15. Juni, um 19 Uhr mit der Totenehrung eingeleitet. Um 19.45 Uhr wird das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8 übergeben. Dem schließt sich um 20 Uhr der Festabend an. Am Festsonntag ertönt um sieben Uhr der Weckruf, nach dem sich Teilnehmer und Einheimische um neun Uhr im Festzelt zum ökumemischen Gottesdienst treffen. Ein Frühschoppen, der die Stabführerbesprechung beinhaltet, schließt sich um zehn Uhr an. Um elf Uhr sind schließlich Standkonzerte an verschiedenen Plätzen der Stadt.

Der Festzug wird um 13.15 Uhr aufgestellt und setzt sich um 13.30 Uhr in Bewegung. Ab 14.30 Uhr erwarten die Besucher im Festzelt Einzelvorträge der Spielmannszüge und Kapellen. Der Sonntag endet mit einem Tanz im Festzelt, der um 20 Uhr beginnt. Ein Standkonzert eröffnet die Festlichkeiten am Montag um elf Uhr. Um 13 Uhr wird zu einer großen Schauübung eingeladen. Um 14 Uhr setzt sich der Zug zum Zelt in Bewegung, um hier am Festbetrieb teilzunehmen. Ab 20 Uhr ist wiederum Tanz im Festzelt mit Preisdirigieren.

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Mainbernheim ging aus den Hornisten hervor, die die Wehrmänner zur Brandstelle riefen. Als sich das Städtchen immer weiter ausdehnte, mußte auch die Zahl der Hornisten vergrößert werden. Bei dieser Gelegenheit fand man sich zusammen und übte auch andere Musikstücke, wie beispielsweise Märsche, ein. Trommler und Musiker mit anderen Blas-Instrumenten meldeten sich. Der Spielmannszug der Kitzinger Kolpingsfamilie leistete dem Ausbau der Mainbernheimer Gruppe tatkräftige Schützenhilfe, einige Spenden trugen schließlich zum endgültigen Gelingen des Projektes bei.

Feuerschutz ist in Mainbernheim eine altbewährte Sache. Seit dem 13. Jahrhundert sind die Bürger daran gewöhnt, jeder Mann, jede Frau war zur Hilfe im Brandfall verpflichtet. Feuerschutz war in diesen Jahren umso wichtiger, als die vielen Holzhäuser und strohgedeckten Gebäude eine ernste Gefahr darstellten. Schon damals wurden Vorschriften erlassen, die dem Umgang mit offenem Licht regelten. Unschlittkerzen und Kienspäne waren die einzige Beleuchtung, aber auch eine ständige Gefahrenquelle, die sich besonders in Ställen mit Stroh zeigte.

Jede Familie, so war es verfügt, mußte einen Ledereimer haben und ständig einen gefüllten Wasserbottich vor dem Haus stehen haben. Freilich waren die technischen Möglichkeiten zur Brandbekämpfung ziemlich beschränkt. Außer den Eimern gab es lediglich noch Leitern und Brandhaken, um brennende Gebäude einzureißen. 1733 wurde die Stadt Mainbernheim Besitzerin einer hölzernen Feuerspritze, doch der Wasserdruck erwies sich als zu gering. So wurde die Brandbekämpfung noch immer gehandhabt, wie es Schiller in der „Glocke” beschrieben hat: „Durch der Hände langer Kette um die Wette” wurden die Wassereimer vom Brunnen herangeholt, auf die Leiter gebracht und von hier in das Feuer geschüttet.

1804 bekam Mainbernheim die erste tragbare Feuerspritze und eine „Löschmaschine” mit besserem Wasserdruck. Holzhäuser waren ebenso wie Strohdächer um diese Zeit verboten. Feueralarm wurde jetzt durch den Türmer gegeben. Die Bayerische Regierung apellierte erst 1860 an die Bürger, Freiwillige Feuerwehren ins Leben zu rufen. In Kitzingen wurde wenige Jahre später die erste Wehr gegründet. Doch erst der erste Feuerwehrtag in Unterfranken gab den Anstoß zu umfassenden Gründungen. Dabei wurde in Würzburg ein Kreis-Feuerwehrverein ins Leben gerufen. Marktbreit und Dettelbach gründeten ihre Feuerwehren im Jahr 1865. Die anderen Wehren in den übrigen Orten des alten Landkreises entstanden zwischen 1873 und 1883.

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