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Führerscheinproblematik der Freiwilligen Feuerwehren

Samstag, 29.12.07 11:08 Uhr
Alter: 10 Jahre
Kategorie: Pressespiegel
Von: Christian Zimmermann

Stellen Sie sich vor, sie brauchen die Feuerwehr - und sie kommt nicht.

Foto: Stihl024 / PIXELIO

Nicht, weil sie keine Freiwilligen oder keine Autos hätte, sondern weil diese Freiwilligen die Fahrzeuge nicht fahren dürfen. Absurd? Das Szenario könnte zur Wirklichkeit werden.

Dies wurde einmal mehr am vergangenen Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Kleinlangheim deutlich. Jugendleiter Dieter Brunner brachte das Thema aufs Tapet. "Ich mache mit der Jugendgruppe Ausbildung und gebe einem meiner Jugendleiter den Auftrag, dafür das Einsatzfahrzeug hinter das Haus zu fahren", sagt er. Was er ernte, sei ein Schulterzucken und die Antwort: "Können täte ich schon aber dürfen darf ich nicht." Der Grund: Immer weniger Feuerwehrleute haben die erforderliche Fahrerlaubnis für die Einsatzfahrzeuge.

Ein Problem, mit dem Kleinlangheim nicht alleine da steht und das sich in Zukunft noch verschärfen dürfte, erklärte Kreisbrandrat Roland Eckert in der Versammlung. Das liege an der Einführung der EU-Führerscheine. Durften früher Besitzer eines Führerscheines der Klasse III Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 7,5 Tonnen fahren, gilt der neue Pkw-Führerschein der Klasse B lediglich noch für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Viele auch der kleineren Einsatzfahrzeuge überschreiten dieses Gewicht. Erforderlich wäre mindestens der Führerschein Klasse C.

Noch problematischer werde es bei den großen Einsatzfahrzeugen der Wehren, berichtete Eckert. Meist seien nur noch ältere Feuerwehrleute im Besitz der alten Führescheinklasse 2. Den neuen Lkw-Führerschein der Klassen CE, C1 oder gar C1E würden nur noch wenige Feuerwehrleute machen, meist dann, wenn sie ihn aus beruflichen Gründen benötigen. Grund seien die hohen Kosten zwischen 5000 und 7000 Euro für diese Fahrerlaubnis.

Man habe seitens der Feuerwehrverbände bereits bei der Einführung der neuen Führerscheinklassen auf die drohenden Problematik hingewiesen und Lösungen in Form einer Ausnahmegenehmigung gefordert, sei aber bei den zuständigen Politikern auf Unverständnis und taube Ohren gestoßen.

Die Folgen, so Eckert, müssten die Gemeinden tragen und das könne teuer werden. Die Kommunen seien für die Sicherstellung des Brandschutzes zuständig und müssten dann auch die Kosten für die Führerscheine der Freiwilligen übernehmen.

 

(Bericht der Mainpost)